Donnerstag, 11.09.08, 1:27 Uhr

Den ersten Teil des Nachmittags irrten wir durch die antike Ruinenstadt Ostia Antica. In der Hitze des Tages wurde jeder Schritt zur Qual. Die Ruinen waren halt... Ruinen. Das einzig wirklich interessante war meines Erachtens ein antikes Theater, das noch ziemlich gut erhalten war. Und sonst? Ja... war auch ich froh wieder im Bus sitzen zu dürfen. Auf dem Weg ins Camp hielten wir an einem Supermarkt an. Also: Alle Mann rein! Billiger würden wir so schnell nicht wieder an Lebensmittel herankommen. Und langsamer auch nicht... Das System eines italienischen Supermarktes an sich ist schon faszinierend. Erst kommt eine Abteilung mit unnützem Zeug (etwa mit "Thomas Phillips" zu vergleichen), dann die Gemüse-, Brot-, Fisch-, und Knabberzeugabteilung, in der sich auch die Kasse befindet, und ganz zum Schluss, um die Ecke rum, den Gang bis ganz nach hinten durch, ist irgendwo dann auch die Getränkeabteilung. Und der ganze Laden "roch" nach Fisch... Wow! An der Kasse saßen zwei Italiener, die heute ihren Jahresumsatz machten, aber offensichtlich keine Lust dazu hatten. Mit zu wenig Wechselgeld in ihren Kassen, machten sie sich in aller Ruhe an die „Arbeit“. Wenn ich daran denke, wie unsere Mädels und Jungs und Deutschland hinter ihren Kassen rotieren, erinnere ich mich wieder daran, dass hier zwei Mentalitäten aufeinander treffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Jungs an der Kasse sind sich unserer Nationalität bewusst, weigerten sich aber englisch zu sprechen, lästerten stattdessen auf Italienisch über uns. Reizend, hm? Dafür hatten sie schnell gecheckt, dass wir keinen harten Alkohol kaufen durften. Die die doch welchen kauften, legten ihre Taschen hinter die Kasse und die Jungs stellten die Flaschen gleich rein. Scheinbar waren sie doch an Umsatz interessiert...
Wieder im Camp machten wir uns strandfertig. Ein paar Mädels aus unserem Rudel haben für heute eine Abschlussparty organisiert, die am Strand steigen sollte. Gesagt, getan. Fertig und ab im Shuttlebus rasten wir, unsere Leben in den Händen des italienischen Fahrers, Richtung Strand. Und der war wirklich weit weg... nicht die 30 Minuten Fußmarsch von Montag. Eher... zwei Stunden oder mehr zu Fuß.
Der Sand war fast schwarz und so heiß, dass man nicht lange ohne Schuhe darauf laufen konnte. Wir schlugen unser Lager nicht weit vom Wasser entfernt auf und ohne großes Zögern ging es ins Wasser. Das Mittelmeer war warm, es kostete uns keine große Überwindung einfach hinein zu rennen. Nach circa fünfzig Metern schwimmen konnte man wieder Stehen, das Wasser reichte sogar nur noch bis zum Bauch. Eine große Sandbank. Herrlich! Das war wirklich Urlaub!
Gegen Abend warfen die Mädels den Grill an. Der war noch nicht lange heiß, da kam ein kleiner Italiener auf uns zu und zickte rum. Letztlich stellte sich heraus, dass wir uns etwa zwanzig Meter weiter hinten aufhalten durften, weil die den Strand hier glätten wollten. Okay. Hätte man doch gleich sagen können. Das war erledigt und wir hatten von da an unsere Ruhe. Die Roster schmeckten, der Sekt auch und die Spiele kamen in Gang (und da kam auch keiner herum... :-) Danke Mädels!). Kurz nach zehn, es war schon fast stockdunkel, traten wir den Heimweg an. Da der Shuttlebus nicht mehr fuhr, mussten wir jetzt den Weg zu Fuß zurücklegen. Um diese Zeit haben wir an der Strandpromenade noch eine weitere Attraktion Castel Fusanos gesehen! Den Strich. An den Jungs und Mädels vorbei, deren Arbeitstag gerade begann, stapften wir unter den strengen Blicken ihrer Zuhälter, die uns aus Autos heraus beobachteten, gen Camp.
Zweieinhalb Stunden später trafen wir erschöpft an unseren Bungalows ein. Ich freute mich nur noch auf die Dusche und auf das Bett.


Partylager am Mittelmeer

Es wurde später...

Und später...

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