Willkommen!

Wir sind da! Es hat eine Weile gedauert,
aber unser Reisetagebuch aus Rom
hat den Weg ins Netz gefunden!

Wir wünschen viel Spaß beim
in-Erinnerungen-schwelgen oder Einfach-nur-gucken...

Sonntag, 07.09.08, 20:35 Uhr

„Horscht, i kann nimmer!“ geht mir durch den Kopf, während wir den Freistaat Sachsen verlassen. Hm. Bis Bayern haben wir es schon mal geschafft. Unser Fahrer, Horst, wohnt in Hof. Er hat ein dringendes Bedürfnis sich mitzuteilen. Die letzten 80 Km hat er ziemlich viel kommentiert. Außerdem wissen jetzt alle, dass Horst heute aus versehen nach Diesel stinkt. Ausgerechnet heute Nachmittag beim Tanken ist ihm was aufs Hend getropft. In seinen letzten 26 Dienstjahren als Busfahrer sei ihm das noch nie passiert... Wie gesagt: Horst teilt sich gern mit. Am Dienstag hat er übrigens Hochzeitstag und was er vom Heiraten hält wissen jetzt auch alle: Klasse, aber sauteuer...
Den ersten Stopp haben wir auch schon hinter uns. Nach circa 55 Minuten fuhren wir die Raststätte „Vogtland“ an. Warum? Na weil da schon die ersten wieder mussten. Man hätte ja vorher gehen können, aber nee... Wenn das so weitergeht, sind wir morgen um die Zeit da...

Montag, 08.09.08, 23:30 Uhr

48 steife Hälse später, weil die ganze Nacht im Bus verbracht, und zwei wundervolle Begrüßungs-SMS weiter, einmal Österreich und einmal Italien, sind wir endlich am Ziel unserer Reise. Im Bus habe ich persönlich kaum ein Auge zugetan. Ganz im Gegenteil zum Rest des Rudels, der sich genüsslich die halbe Nacht im Schlaf selbst vollgesabbert hat. (Sowas fällt besonders auf schwarzen Hemden auf, Gregor...)
Ja... Und mein erster Eindruck von Italien? Naja, ich möchte nicht sagen, dass ich ausschließlich mit Vorurteilen hierher gefahren bin, aber die, die ich hatte, wurden bestätigt. Auf den Rastplätzen stank es (was nicht unbedingt am Land liegen muss, aber auch nicht wirklich einladend wirkt), die Autobahn um Rom herum lässt sich eindeutig als abenteuerlich bezeichnen (keine Linien auf der Fahrbahn, jeder fährt wie er will, die Autos sehen aus als würden sie von Dreck gehalten), der Dreck am Straßenrand wirkt abstoßend (es sieht teilweise aus als wären tonnenweise Gelbe Säcke explodiert... vor Jahren... Italien hat wirklich ein dezentes Müllproblem...) und ein Steppenbrand direkt neben der Autobahn, der sich langsam der Hauptstadt nähert, kann als Highlight der Region um Rom betrachtet werden. (Dem Katastrophentourismus fröhnend wurde dieser selbstverständlich fotografisch festgehalten.) Links entdeckte ich wenigstens ein Mc Donnalds. Verhungern müssen wir also schon mal nicht...
Circa 10 Km weiter sind wir dann auch schon nach 18,5 Stunden da. Etwas eher als ich vermutete. Im Bus stinkt es jetzt nicht sehr viel weniger als auf den italienischen Rastplätzen und vor dem Bus sticht die Sonne mit mehr als 30° Celsius. Hm. Das ist ja erstmal nicht schlecht. Aber es wäre zu schön gewesen... Von den versprochenen 2 Pools ist der größere nicht in Betrieb. Die ganze Woche nicht. Und morgen der kleinere den ganzen Tag über. Okay. Das hat erstmal gesessen. Gut. Und jetzt zu den Unterkünften: Auf den Weg dorthin konnte ich Frau Kirmse schon ansehen, dass sie sich das alles doch irgendwie ganz anders vorgestellt hatte. Mir ging es ähnlich... Wir zogen und zerrten unsere Koffer und Taschen durch den italienischen Dreck. Der Boden war so unglaublich trocken, dass wir extrem viel Staub aufwirbelten. zum Glück lief ich relativ weit vorn... Nach einen undurchschaubrane Wirrwar aus Bäumen, Bungalows und Wegweisern sind wir am Ziel: Die Behausungen möchte ich hier als Hütten bezeichnen, die zwar auf den ersten Blick ganz nett aussehen, aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Was hier heißt, dass in diesen Hütten ein Kleiderschrank, ein tropfender Kühlschrank, zwei Doppelstockbetten (die nicht viel bequemer aussehen, als die Sitze im Bus), und eine Nasszelle mit Klo und Dusche sind. Unsere Klobrille ist übrigens kaputt. Letzteres bedeutet, dass wir und jedes mal, wenn wir müssen, der Gefahr einer spontanen Kastration ins Auge sehen. Aber da wir echte Männer sind, werden wir auch diese Situation meistern! Alles in allem jedoch kann ich mich nicht beklagen.
Tja... und sonst? Wir haben den kleinen Pool ausprobiert und waren ziemlich begeistert davon. Danach sind wir zum Strand gelaufen (!) und haben aus hygienischen Gründen den Rückzug angetreten. (Wir kamen an einer Steller heraus, an der ein Kanal ins Meermündete...) Stattdessen haben wir uns wieder in den Pool gestürzt. Gegen Abend haben wir unseren Hunger im campinteren Pizzatempel gestillt. Der Preis war okay, die Pizza ziemlich groß, dafür sehr dünn und noch dünner belegt. Naja... italienische Verhältnisse eben. Egal, wir hatten etwas warmes im Bauch, und das war nötig gewesen. Am Abend fand dann auch schon die erste „Lagerparty“ statt... das heißt, sie läuft noch... Hey! Weg von meinem Glas!

Der Brand neben der Autobahn rund um Rom

Der verwirrende Weg zu den Bungalows

Die Bungalows

Die Betten

Die Nasszelle im Bungalow

Der campinterne Pizzatempel

Dienstag, 09.09.08, 14:00 Uhr

Rom! Wow! Auf den ersten Blick? Was für ein Drecksloch! Ich möchte gleich vorweg nehmen, dass ich mit der Mentalität der Einheimischen ein bisschen auf Kriegsfuß stehe. Ich habe den Eindruck, dass ihnen egal ist, was wir hiervon halten. Auf jeden Fall behandelt man so keine Touristen, auch wenn es nur Schüler sind. Das Früchstück haben wir nach kurzer Nacht um 07:00 Uhr „eingenommen“. Dieses jedoch als Mahlzeit zu bezeichnen wäre eine Frechheit gegenüber jedem angebrannten Eintopf. Dabei kann man eigentlich an Brot, Butter, Käse und Marmelade nichts falsch machen. Aber: Das Brot stand geschnitten bereits seit dem Vorabend auf den Tischen, die Butter war teilweise modrig, der Käse roch komisch (aber ich bin noch nie ein Käse-Freund gewesen...) und die Marmelade schmeckte... gewöhnungsbedürftig.
Der Bus brachte uns heute auf den Bahnhof von Castel Fusano. Ich habe selten ein so verrostetes und baufälliges öffentliches Gebäude gesehen. Doch bevor es los ging haten wir noch eine kurze Unterweisung: Ein Bahnangestellter mahnte uns eindringlich auf unsere Sachen wie die Füchse aufzupassen, da in diesem Land jeder ein potentieller Krimineller ist. Dementsprechend fuhren wir in die "ewige Stadt". Dort angekommen traten wir aus der Metro heraus und (zumindest ich) waren überwältigt von dem, was wir sahen. Das Kolosseum! Wow! Wirklich! So in etwa hatte ich mir das auch vorgestellt. Das ganze Ding war für mich so faszinierend. Die folgenden 4 Stunden verbrachten wir mit einer Stadtführerein, die es immer hin bekommen hat im Schatten zu stehen, während wir mit diversen Hitzeschlägen rangen. Aber das was sie so von sich gab fand ich persönlich unglaublich interessant. Letztlich gab sie uns auch noch Anweisungen zum Überqueren der Straßen (einfach gehen, die halten schon an...), den Aufenthalt in diversen Stadtvierteln (Kriminalität...) und das Verhalten in den einheimischen Restaurants (jede Serviette kostet Geld!!!). Gut versorgt mit diesen Worten hatten wir von da an Freizeit! Mein erster Gedanke kreiste sich um eine Fastfoodkette. Letztlich landeten wir bei Burger King (der Konkurrenz), aber waren erstmal satt.

Unser verrosteter Bahnhof...

Aus der Metro heraus und... WOW!

Colosseum und in der rechten Hälfte ein Triumphbogen

Das Colosseum von innen

Und hier die Besucherränke...

Irgendein Imperator... Cäsar?

Ich weis nicht mehr, wie das Teil hier hieß...

Der Trevi Brunnen

Die Spanische Treppe

Der Blick auf Rom von der Spanischen Treppe

Mittwoch, 10.09.08, 1:03 Uhr

Seit einer Stunde und drei Minuten herrscht im Camp Nachtruhe. Ich kann nicht schlafen, also schreibe ich noch ein bisschen.
Rom! Über drei Stunden sind wir durch die Stadt geirrt, haben unser Hab und Gut bewacht und endlich sogar das heißersehnte McDonnalds (durch Zufall) entdeckt. Was haben wir alles gesehen? hm... Ich erinnere mich an etliche Brunnen, die Spanische Treppe (Wow!), hunderte von Souvenirläden, in denen überall das Gleiche zu finden war und an jeder Ecke öffentliche Wasserspender. An letzteres habe ich mich heute noch nicht herangetraut.
Durchgeschwitzt haben wir uns letztlich alle ander Spanischen Treppe getroffen. Unsere Füßen wollten nicht mehr laufen und die ungewohnte Hitze machte uns zu schaffen. Eigentlich wollten wir nur noch ins Wasser. Also traten wir während der Rush-Hour den Heimweg an. Die Metro war nicht überfüllt. Nein! Einer mehr und die Türen wären nicht mehr zugegangen! Mit leichter Verspätung kamen wir da an, wo uns bereits unser Busfahrer erwartete. Allerdings haben zwei Damen unseres Rudels nicht gecheckt, dass wir alle schnell nach hause wollten. Wegen dieser durften wir am Bus noch gut 20 Minuten warten. In der Sonne. Bei geschätzten 35°C. Danke!
Endlich im Bungalow angekommen, wurden die Badesachen gegrapscht und Kurs auf den Pool genommen. (Dieser war Gott sei dank trotz der angekündigten Schließung offen.) Nach langen, ausgelassenen Wasserspielen kam die nächste Party in Schwung...

Mittwoch, 10.09.08, 13:55 Uhr

Nach dem fragwürdigen Frühstück haben wir uns heute mit dem Bus auf den Weg zu den christlichen Katakomben gemacht. Auch darauf freute ich mich. Von der fahrt habe ich mir ein bisschen Ruhe versprochen und von den Katakomben kühle Unterhaltung. Beides wurde gewährt. Auf der Suche nach einer „Mautstation“ haben sind wir fast zwei Stunden durch die Gegend gefahren. Sogar eine Polizistin hat unseren Fahrer in die falsche Richtung geschickt. Letztlich stellte sich heraus, dass die Station an genau diesem Tag nicht in Betrieb war. (Warum auch immer...?) Die Suche war also umsonst. Gut. Also auf zu den Katakomben. Oberhalb des Erdbodens war dies optisch ein sehr schöner Garten mit schattigen Sitzecken, Palmen, Blumen und am Busparkplatz natürlich ein Souvenirstand. Wir mussten nicht lange warten, bis ein junger Mann auf uns zu kam, der nicht viel älter als ich war. Nico hieß der deutsche Medizinstudent, der uns heute durch die Katakomben führte. Nach einer kurzen Einleitung ging es ab unter die Erde. Ein paar Stufen, ein paar Ecken und wir standen in einer großen Halle mit Oberlichtern kurz unterhalb der Decke: Die Kirche in der die Messen abgehalten wurden. Nico berichtete uns kurz was hier geschah. Dann ging es noch tiefer runter. Sehr enge Gänge, die manchmal so niedrig waren, dass wir die Köpfe einziehen mussten, führten uns zu einem winzigen Saal, in dem wir uns drängten um Nicos Ausführungen weiter zuzuhören. Er war nicht schlecht. Die Informationen vermittelte er mit jeder Menge Witz. Letztlich rannte er in einen Gang und wir hinterher. Schließlich hatten wir keine Lust in einem System vom 17 Km zu verschwinden. Unterwegs haben wir gesehen, was uns Nico vorher gesagt hatte: Die ersten Bilder die je von Petrus und Paulus gemalt wurden (und ja: Paulus trug tatsächlich einen Sonnenbrille!) und darüber eine der ersten Zeichnungen von Jesus. Wow! Interessant! Die ganze Anlage war faszinierend. Hier lagen zu Spitzenzeiten circa 120.000 Christen begraben. Das is ne ganze Menge. Sogar für 17 Km Länge.
Wieder an der Oberfläche verabschiedeten wir uns von Nico und machten uns mit dem Bus auf den Weg nach Ostia Antica.


Ankunft bei den Katakomben

Park bei den Katakomben

In den Katakomben

Unsere beiden Tutoren beim Studium vor der Ruinenstadt Ostia Antica

Wir... in Ostia Antica...

Ein antikes Theater

Donnerstag, 11.09.08, 1:27 Uhr

Den ersten Teil des Nachmittags irrten wir durch die antike Ruinenstadt Ostia Antica. In der Hitze des Tages wurde jeder Schritt zur Qual. Die Ruinen waren halt... Ruinen. Das einzig wirklich interessante war meines Erachtens ein antikes Theater, das noch ziemlich gut erhalten war. Und sonst? Ja... war auch ich froh wieder im Bus sitzen zu dürfen. Auf dem Weg ins Camp hielten wir an einem Supermarkt an. Also: Alle Mann rein! Billiger würden wir so schnell nicht wieder an Lebensmittel herankommen. Und langsamer auch nicht... Das System eines italienischen Supermarktes an sich ist schon faszinierend. Erst kommt eine Abteilung mit unnützem Zeug (etwa mit "Thomas Phillips" zu vergleichen), dann die Gemüse-, Brot-, Fisch-, und Knabberzeugabteilung, in der sich auch die Kasse befindet, und ganz zum Schluss, um die Ecke rum, den Gang bis ganz nach hinten durch, ist irgendwo dann auch die Getränkeabteilung. Und der ganze Laden "roch" nach Fisch... Wow! An der Kasse saßen zwei Italiener, die heute ihren Jahresumsatz machten, aber offensichtlich keine Lust dazu hatten. Mit zu wenig Wechselgeld in ihren Kassen, machten sie sich in aller Ruhe an die „Arbeit“. Wenn ich daran denke, wie unsere Mädels und Jungs und Deutschland hinter ihren Kassen rotieren, erinnere ich mich wieder daran, dass hier zwei Mentalitäten aufeinander treffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Jungs an der Kasse sind sich unserer Nationalität bewusst, weigerten sich aber englisch zu sprechen, lästerten stattdessen auf Italienisch über uns. Reizend, hm? Dafür hatten sie schnell gecheckt, dass wir keinen harten Alkohol kaufen durften. Die die doch welchen kauften, legten ihre Taschen hinter die Kasse und die Jungs stellten die Flaschen gleich rein. Scheinbar waren sie doch an Umsatz interessiert...
Wieder im Camp machten wir uns strandfertig. Ein paar Mädels aus unserem Rudel haben für heute eine Abschlussparty organisiert, die am Strand steigen sollte. Gesagt, getan. Fertig und ab im Shuttlebus rasten wir, unsere Leben in den Händen des italienischen Fahrers, Richtung Strand. Und der war wirklich weit weg... nicht die 30 Minuten Fußmarsch von Montag. Eher... zwei Stunden oder mehr zu Fuß.
Der Sand war fast schwarz und so heiß, dass man nicht lange ohne Schuhe darauf laufen konnte. Wir schlugen unser Lager nicht weit vom Wasser entfernt auf und ohne großes Zögern ging es ins Wasser. Das Mittelmeer war warm, es kostete uns keine große Überwindung einfach hinein zu rennen. Nach circa fünfzig Metern schwimmen konnte man wieder Stehen, das Wasser reichte sogar nur noch bis zum Bauch. Eine große Sandbank. Herrlich! Das war wirklich Urlaub!
Gegen Abend warfen die Mädels den Grill an. Der war noch nicht lange heiß, da kam ein kleiner Italiener auf uns zu und zickte rum. Letztlich stellte sich heraus, dass wir uns etwa zwanzig Meter weiter hinten aufhalten durften, weil die den Strand hier glätten wollten. Okay. Hätte man doch gleich sagen können. Das war erledigt und wir hatten von da an unsere Ruhe. Die Roster schmeckten, der Sekt auch und die Spiele kamen in Gang (und da kam auch keiner herum... :-) Danke Mädels!). Kurz nach zehn, es war schon fast stockdunkel, traten wir den Heimweg an. Da der Shuttlebus nicht mehr fuhr, mussten wir jetzt den Weg zu Fuß zurücklegen. Um diese Zeit haben wir an der Strandpromenade noch eine weitere Attraktion Castel Fusanos gesehen! Den Strich. An den Jungs und Mädels vorbei, deren Arbeitstag gerade begann, stapften wir unter den strengen Blicken ihrer Zuhälter, die uns aus Autos heraus beobachteten, gen Camp.
Zweieinhalb Stunden später trafen wir erschöpft an unseren Bungalows ein. Ich freute mich nur noch auf die Dusche und auf das Bett.


Partylager am Mittelmeer

Es wurde später...

Und später...

Donnerstag, 11.09.08, 13:45 Uhr

Mit dem Zug nach Rom. Einmal in die falsche Richtung, dann aber richtig! Ein kurzer Fußmarsch und dann: Der Vatikan! Nochmal wow! Durch einen Säulenwald hindurch erblickten wir dahinter den riesigen Petersplatz. Ein wahrer Augenöffner! Ich bin zwar Atheist, aber was man hier zu sehen bekommt, ist schon der Wahnsinn! Doch wir mussten uns beeilen. Die Schlange in den Petersdom wurde immer länger. Wenn wir nicht den halben Tag in der Sonne stehen wollten, mussten wir jetzt rein! Durch zwei Kontrollen, den Metalldetektor und einer Kleiderordnung, betraten wir den Petersdom. Ein gigantisches Bauwerk. Wir hören einen kurzen Vortrag eines unserer Rudelmitglieder (Danke Michael!), dann haben wir kurz Zeit die riesige Kirche zu erkunden. Dies hat gereicht einmal in Ruhe in ihr herumzugehen. Anschließend entschlossen wir uns für eine Stunde Freizeit um den Vatikan an sich zu erkunden, bevor wir uns auf der Mitte des Petersplatzes, am Obelisk, treffen wollten. Diese Zeit genügte entweder um sich die Gräber der Päpste anzusehen, oder die Kuppel des Petersdoms zu erkunden. Ich wählte die Kuppel. (5 € zu Fuß, 7 € wenn man ein Stück davon mit dem Fahrstuhl zurücklegen wollte.) Wir rannten die über 500 Stufen hinauf, waren nass geschwitzt als wir oben ankamen. Aber nichtmal hier wehte ein bisschen Luft. Uns bot sich ein hammermäßiger Ausblick über ganz Rom! Da es in dieser Stadt keine Hochhäuser gab, lag sie uns vollends zu Füßen. Der Vatikan, die vatikanischen Gärten, auf der anderen Seite die Engelsburg... grandios. Dies hatte sich mehr als gelohnt. Schnell Fotos machen und wieder runter!
Am Obelisk, in der prallen Sonne ist schnell entschieden: Freizeit! Aber wer will kann mit der Gruppe noch die Engelsburg besichtigen. Klar! Los! Einen kurzen Fußmarsch später befanden wir uns im kühlen Burghof. Das Gebäude an sich war optisch faszinierend, aber dennoch erstmal unspektakulär. Das größte Highlight hier war wiederum der Blick vom Dach dieses Gebäudes: Petersplatz und Petersdom aus der Ferne.
Und jetzt? Wir hatten am Vorabend entschieden eine Stadtrundfahrt zu machen. Vorhin sind wir an einer der Haltestellen vorbei gestürmt. Also nix wie hin!

Der Säulenwald um den Petersplatz

Die Schweizer Garde

Der Petersdom

Der Petersdom innen von der Kuppel aus fotografiert

Der Petersplatz von der Kuppel aus

Ein plötzliches Feuer mitten in Rom

Die Engelsburg

Freitag, 12.09.08, 1:36 Uhr

Der Verkehr in Italien, und vor allem der in Rom, ist für Deutsche... eine Geduldsprobe... Die Stadtrundfahrt war mit einer Achterbahnfahrt gleichzusetzen, aber sehr zu empfehlen. Ich glaube das hätten wir schon am Montag machen sollen. Aber das wussten wir ja vorher noch nicht. Der Bus fuhr fast alle Denkmäler an, die er irgendwie über das verwirrende Straßennetzwerk erreichen konnte. Und das in einem Affenzahn. Er fuhr so dicht an den Bäumen am Straßenrand vorbei, dass wir die Köpfe einziehen mussten um nicht erschlagen zu werden. Aber der Fahrtwind und das Sitzen waren unglaublich erholsam. (An dieser Stelle eine große Empfehlung für alle Romreisenden: Stadtrundfahrt machen! Es lohnt sich schon deswegen weil man zu sehen bekommt, was man sich später näher ansehen will oder auch nicht.) Über zwei Stunden später waren wir wieder vorm Vatikan. Auf der Fahrt hatten wir beschlossen zu Fuß bzw. via Metro zu den Spanischen Treppen zu gelangen. An etlichen Souvenirständen vorbei kamen wir an der Metro an. Es ging zurück Richtung Haltestelle Spagna. Und von da aus... ins ersehnte McDonnalds. Wir standen kurz vorm verhungern.
Gesättigt hatten wir trotzdem noch fast zwei Stunden Freizeit. Wir trudelten also weiter durch die Stadt auf der Suche nach sinnlosen Souveniers.
Um 18:00 Uhr an der Spanischen Treppe. Das Rudel formierte sich. Die meisten hatten die Nase voll. Sie wollten ins Camp zurück, an den Pool. Okay, ich eigentlich auch. Aber das wäre nur möglich gewesen, wenn wir pünktlich 18:00 Uhr den Heimweg angetreten hätten. Haben wir aber nicht. Um 20:00 Uhr schließt der Pool im Camp. Jetzt war es schon nach halb sieben. Es
lohnte sich eh nicht mehr, weil wir nicht mehr rechtzeitig ankommen würden. Gut dreiviertel entschlossen sich trotzdem gut zwei Drittel der Gruppe dazu, ins Camp zurückzukehren. Der Rest machte sich mit unserem Chef, Herrn Günther, zu Fuß auf den Weg zum Pantheon. Der Abend in der Stadt war fantastisch! Es wurde von der Temperatur her erträglicher, die Touristen weniger. Die engen Gassen hin zum Pantheon waren mit unzähligen kleinen Restaurants bestückt. Das Pantheon selbst war ein riesiger Bau. Das Loch in der gigantischen Kuppel war neben dem Eingang die einzige Lichtquelle für das gigantische Innere. Wieder aus dem Bau heraus entdeckten wir einen Pantomimen, der Passanten nachahmte. Wir schauten fast eine halbe Stunde seinem Treiben zu bis wir letztlich zum Zug mussten.
Wieder im Camp wollten wir alle in die Disco. Letzter Abend! Nix wie hin! Es war meines Erachtens eine Disco wie jede andere. Nur halt... draußen... und mehrsprachig. Wir rechneten nicht mit der Unfreundlichkeit der Security. Da wir keine Getränke kauften, wurden wir nacheinander alle rausgeworfen. Okay... Es war spät, aber nicht zu spät. Was jetzt? Der letzte Abend... wir schnappten uns ein paar Stühle, setzten uns auf die Veranda vor den Bungalow und genossen die warme Nacht.


Zwischentreff an der Spanischen Treppe

Vor dem Pantheon

Im Pantheon

Freitag, 12.09.08, 16:06 Uhr

Am Strand

Koffer packen! Um zehn mussten wir raus aus den Hütten! Gesagt, getan! Die Koffer waren im Bus, wir mussten uns entscheiden, ob wir den Tag bis um drei im Camp am Pool oder am Strand verbringen wollten. Ich entschied mich für den Strand. Es war schließlich unser letzter Tag am Mittelmeer. Dafür war heute der erste Tag an dem nicht die Sonne schien. Es war bewölkt, aber heiß. Wir schwitzten unsere Sachen nass nur während wir herum standen.
Um zehn fuhr ich mit dem ersten Shuttlebus an den Strand, warf dort meine Sachen ab und stürzte mich ins Meer. Dieses verließ ich auch nur kurz um nach Muscheln zu suchen und Sand für zu hause mitzunehmen. Dann ging es wieder ins Wasser... bis halb drei. Ab und zu nieselte es ganz leicht, ein Helikopter umkreiste die Stelle, an der wir badeten und die Wellen wurden gegen Nachmittag immer höher. Es ging auf halb drei zu. Raus aus dem Wasser, ab unter die Dusche und in die Umkleidekabine. Im Bus herrschte Stille. Ganz im Gegenteil zur Hinfahrt wurde nur selten gelacht. Die meisten schliefen gleich ein. Die anderen hörten Musik oder lasen. Mit ein bisschen Wehmut ging es nach hause...

Am Pool

Nach dem letzten unglaublichen Frühstück hat sich die Gruppe in zwei Lager gespalten: Strand und Pool. Ich wollte an den Pool, weil ich Angst davor hatte mir im Bus durch den Sand in der Hose einen Wolf zu reiben. Doch auch hier hat uns die Lagerleitung des Country-Club einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Pool war zu. Klasse! Die machten erst um zwölf wieder auf. Na gut. Was jetzt? Wir suchten uns einen Pavillon, setzten uns hin und quasselten. Nebenbei haben wir Fußball gespielt. Letzteres wurde uns kurze Zeit später durch teils miteinander verwandte Klassenkameradinnen untersagt. (Warum auch immer...)
Es wurde Mittag: Der kleine Hunger kam und wir folgten ihm in den Pizzatempel. Dort angekommen hat man uns eher unfreundlich darauf hingewiesen, dass lediglich Gäste bedient werden. Hm. Heute sind wir ja eigentlich noch Gäste, was man eindeutig an unseren gelben Armbändern sieht. Okay. Also gehen wir erstmal baden. Alle rein ins Wasser und Ball spielen! Denkste! Dies wurde uns verboten unter der Aussage, dass der Pizzatempel nebenan es mehr als störend findet, wenn der Ball auf die Wasseroberfläche schlägt... (Das stört die Gäste... Wobei sich die Frage stellt: Welche Gäste? Sie lassen ja keinen rein... hm... Italien... Da sind wir wieder beim Service und bei der Gastfreundschaft!) Irgendwie haben wir es hinbekommen, die gute Gastwirting davon zu überzeugen, dass wir Gäste sind. Wow! Wir wurden "bedient". Pizza? Denkste! In Italien gibt es mittags keine Pizza. Nur abends. Also gabs nur Nudeln. Lecker...
So! Satt..., geduscht (in den öffentlichen Anlagen) und jetzt nur noch bis halb drei warten, dann fährt der Bus in Richtung Strand um den Rest abzuholen.

Samstag, 13.09.08, 11:26 Uhr

Was für eine Fahrt! An jeder Tankstelle und an jedem Rastplatz bin ich mit ausgestiegen um mir die Beine zu vertreten. Während der Fahrt hörte ich Musik und döste ständig weg. Alles in Allem kam mir die Fahrt sehr kurz vor. Und bis auf einen kleinen Unfall war sie auch nicht wirklich erwähnenswert. (Von hier nochmal: Gute Besserung Juliana!)
Als wir uns Chemnitz näherten weckte ich Markus und meldete mich daheim. Kurze Zeit später hielt der Bus an der Schule. Wem bis jetzt noch nicht klar war, dass wir wieder daheim waren, der wurde beim Verlassen des Busses durch das deutsche Klima schlagartig daran erinnert. Im direkten Vergleich waren hier gut 20° weniger wie in Italien. Wir waren wieder in der Heimat. Der schöne Ausflug war schon vorbei. Frierend warteten wir darauf abgeholt zu werden...