48 steife Hälse später, weil die ganze Nacht im Bus verbracht, und zwei wundervolle Begrüßungs-SMS weiter, einmal Österreich und einmal Italien, sind wir endlich am Ziel unserer Reise. Im Bus habe ich persönlich kaum ein Auge zugetan. Ganz im Gegenteil zum Rest des Rudels, der sich genüsslich die halbe Nacht im Schlaf selbst vollgesabbert hat. (Sowas fällt besonders auf schwarzen Hemden auf, Gregor...)
Ja... Und mein erster Eindruck von Italien? Naja, ich möchte nicht sagen, dass ich ausschließlich mit Vorurteilen hierher gefahren bin, aber die, die ich hatte, wurden bestätigt. Auf den Rastplätzen stank es (was nicht unbedingt am Land liegen muss, aber auch nicht wirklich einladend wirkt), die Autobahn um Rom herum lässt sich eindeutig als abenteuerlich bezeichnen (keine Linien auf der Fahrbahn, jeder fährt wie er will, die Autos sehen aus als würden sie von Dreck gehalten), der Dreck am Straßenrand wirkt abstoßend (es sieht teilweise aus als wären tonnenweise Gelbe Säcke explodiert... vor Jahren... Italien hat wirklich ein dezentes Müllproblem...) und ein Steppenbrand direkt neben der Autobahn, der sich langsam der Hauptstadt nähert, kann als Highlight der Region um Rom betrachtet werden. (Dem Katastrophentourismus fröhnend wurde dieser selbstverständlich fotografisch festgehalten.) Links entdeckte ich wenigstens ein Mc Donnalds. Verhungern müssen wir also schon mal nicht...
Circa 10 Km weiter sind wir dann auch schon nach 18,5 Stunden da. Etwas eher als ich vermutete. Im Bus stinkt es jetzt nicht sehr viel weniger als auf den italienischen Rastplätzen und vor dem Bus sticht die Sonne mit mehr als 30° Celsius. Hm. Das ist ja erstmal nicht schlecht. Aber es wäre zu schön gewesen... Von den versprochenen 2 Pools ist der größere nicht in Betrieb. Die ganze Woche nicht. Und morgen der kleinere den ganzen Tag über. Okay. Das hat erstmal gesessen. Gut. Und jetzt zu den Unterkünften: Auf den Weg dorthin konnte ich Frau Kirmse schon ansehen, dass sie sich das alles doch irgendwie ganz anders vorgestellt hatte. Mir ging es ähnlich... Wir zogen und zerrten unsere Koffer und Taschen durch den italienischen Dreck. Der Boden war so unglaublich trocken, dass wir extrem viel Staub aufwirbelten. zum Glück lief ich relativ weit vorn... Nach einen undurchschaubrane Wirrwar aus Bäumen, Bungalows und Wegweisern sind wir am Ziel: Die Behausungen möchte ich hier als Hütten bezeichnen, die zwar auf den ersten Blick ganz nett aussehen, aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Was hier heißt, dass in diesen Hütten ein Kleiderschrank, ein tropfender Kühlschrank, zwei Doppelstockbetten (die nicht viel bequemer aussehen, als die Sitze im Bus), und eine Nasszelle mit Klo und Dusche sind. Unsere Klobrille ist übrigens kaputt. Letzteres bedeutet, dass wir und jedes mal, wenn wir müssen, der Gefahr einer spontanen Kastration ins Auge sehen. Aber da wir echte Männer sind, werden wir auch diese Situation meistern! Alles in allem jedoch kann ich mich nicht beklagen.
Tja... und sonst? Wir haben den kleinen Pool ausprobiert und waren ziemlich begeistert davon. Danach sind wir zum Strand gelaufen (!) und haben aus hygienischen Gründen den Rückzug angetreten. (Wir kamen an einer Steller heraus, an der ein Kanal ins Meermündete...) Stattdessen haben wir uns wieder in den Pool gestürzt. Gegen Abend haben wir unseren Hunger im campinteren Pizzatempel gestillt. Der Preis war okay, die Pizza ziemlich groß, dafür sehr dünn und noch dünner belegt. Naja... italienische Verhältnisse eben. Egal, wir hatten etwas warmes im Bauch, und das war nötig gewesen. Am Abend fand dann auch schon die erste „Lagerparty“ statt... das heißt, sie läuft noch... Hey! Weg von meinem Glas!

Der Brand neben der Autobahn rund um Rom

Der verwirrende Weg zu den Bungalows

Die Bungalows

Die Betten

Die Nasszelle im Bungalow

Der campinterne Pizzatempel